01.01.2025
Projekte: Rohstoffe maximal intensiv nutzen
Die Handwerkskammer (HWK) Münster setzte sich auch 2025 dafür ein, Handwerksbetriebe im Kammerbezirk beim Übergang zu einer kreislauforientierten Wirtschaftsweise zu unterstützen. Ziel ist es, Material- und Energieeffizienz zu verbessern, Abfälle zu vermeiden und Ressourcen so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Projekte, Veranstaltungsformate und Werkzeuge, die den Einstieg in das Thema erleichtern und konkrete Ansatzpunkte bieten.
Jan Bertling (2. von links), Geschäftsführer der RSM Rekener System- & Metalltechnik GmbH, empfing in seinem Unternehmen Repräsentanten von sieben Handwerksbetrieben aus dem Kammerbezirk Münster und den Niederlanden. Thomas Melchert (4. von links), stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Münster, begrüßte die Teilnehmer zum Circotraining. Bertling: »Bei der Entwicklung unseres innovativen Hochleistungs-Containers für Transport und Entsorgung haben wir von Anfang an auf zirkuläre Kreislaufwirtschaft gesetzt. Optimierung steigert die mögliche Nutzlast und senkt die Transportkosten bei gleichzeitiger deutlich längerer Nutzungsdauer unseres Produktes.«
Foto: © Andreas Buck
Ökonomischer und ökologischer Ansatz
Die Idee der zirkulären Wertschöpfung zielt darauf ab, den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern, Materialien wiederzuverwenden und Rohstoffe effizient einzusetzen. Anders als das klassische lineare Wirtschaften soll so ein geschlossener Kreislauf entstehen, in dem Produkte möglichst vollständig weiterverwendet oder recycelt werden. Für das Handwerk ergibt sich daraus sowohl eine Herausforderung als auch eine Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, vorhandene Prozesse zu optimieren und Kundenbedürfnisse nachhaltiger zu bedienen. Die HWK ist in verschiedenen Kreislaufwirtschaftsprojekten aktiv.
Two4C im Grenzraum
Das Projekt »Two4C« richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen aus dem Handwerk und der Industrie in der deutsch-niederländischen Grenzregion. Ziel ist es, den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu fördern. Dafür stehen digitale Werkzeuge wie der »Quick Scan« zur Verfügung – ein Selbsttest, mit dem Unternehmen ihren Stand hinsichtlich zirkulärer Geschäftsmodelle analysieren können. Kooperationsmöglichkeiten über Landesgrenzen hinweg werden unterstützt.
Circotraining
Ein Circo-Track ist ein moderiertes Trainingsprogramm in sieben Schritten – von der zirkulären Idee bis zur möglichen Umsetzung in die Vermarktung. Das Training, das die HWK Münster leitet, startete im Mai 2025 bei RSM in Reken. Gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen aus den Niederlanden wurden grenzüberschreitende Ansätze zu zirkulären Geschäftsmodellen weiterentwickelt. Im Interreg-Projekt Two4C besteht der Circo-Track aus drei halben Tagen, zweimal vor Ort in jeweils einem niederländischen und deutschen Unternehmen. Dazwischen findet mit den beteiligten Betrieben ein Online-Workshop statt.
hwk-muenster.de/two4c
Circular Performer Emscher-Lippe
In der Region Emscher-Lippe unterstützt die HWK Münster die Umsetzung von Konzepten zur Kreislaufwirtschaft. Das Projekt legt den Fokus auf die Reduktion von Emissionen und Abfällen (»Triple Zero«). Es werden Unternehmen aus verschiedenen Branchen einbezogen, insbesondere aus dem Bau-, Metall- und Kunststoffbereich. Ziel ist es, gemeinsam mit den Betrieben tragfähige Strategien zu entwickeln.
Tech.Land mit »Circular Economy«
Im Rahmen des Interreg-Programms »Tech.Land« übernimmt die HWK Münster die Verantwortung für den Schwerpunktbereich »Circular Economy«. Die Kammer bringt dort Erfahrungen aus vorherigen Projekten ein und knüpft Verbindungen zu Hochschulen, Wirtschaftsförderungen und weiteren Institutionen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für zirkuläres Wirtschaften in der Region weiterzuentwickeln.
»Bottrop.gemeinsam.zirkulär«
Die Stadt Bottrop startet mit »Bottrop.gemeinsam.zirkulär« ein Projekt zur kommunalen Kreislaufwirtschaft – mit dabei: die Handwerkskammer Münster. Das Handwerk spielt als Teil der Bauwirtschaft eine Schlüsselrolle: durch Beratung, Reparatur, Wiederaufbereitung und die Nutzung von Reststoffen. Ziel ist die CO₂-Einsparung und Ressourcenschonung. Die HWK unterstützt rund 1.236 Betriebe in Bottrop beim Einstieg in zirkuläres und nachhaltiges Wirtschaften.
Informationen und Qualifikationen
Die HWK Münster bietet darüber hinaus Veranstaltungen an, die über Prinzipien und Praxisbeispiele der Kreislaufwirtschaft informieren. Dazu zählen unter anderem die Reihe »Management-Werkstätten« zur Diskussion von Handlungsmöglichkeiten in der Region, Fachveranstaltungen in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Hochschule Ruhr West und Online-Seminare zur Anwendung des »Quick Scan«-Tools und zur betrieblichen Selbstbewertung. Diese Formate richten sich an alle Betriebe, die erste Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft unternehmen oder bestehende Aktivitäten reflektieren und weiterentwickeln möchten.